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9. August 2023"Zu sehen, wie die Auszubildenden als Fachkräfte und insbesondere als Persönlichkeiten wachsen macht mir große Freude."
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ohanna Mitterer ist Geschäftsführende Gesellschafterin der Altstadthotels mit dem Hotel Post, dem Gartenhotel Salzach, dem Hotel Burgblick und dem Klostergasthof Raitenhaslach. Im Gespräch mit Gastgeber Bayern erläutert sie ihre Motivation hinter ihrer Ausbilder-Rolle und was es bei der Ausbildung junger Menschen zu beachten gibt.

Warum arbeiten Sie in dieser Branche? Worauf basiert Ihre Begeisterung für den Beruf?
Meine Familie lebt Gastronomie und Hotellerie. Ich bin in die Branche hinein geboren und damit aufgewachsen. Unsere lieben Eltern waren Vorbild und Maßstab. In unserem Beruf ist Arbeitszeit zugleich Lebenszeit – ohne Abstriche. Wir leben und bewegen eine Gesellschaft aus Familie, Mitarbeitern und Gästen. Vielfältige Beziehungen, Austausch mit Fremden und Freunden machen unsere Tage bunt. Als Gastgeber begleiten wir von der Taufe bis zur Beerdigung die wichtigsten Lebensereignisse.
Was hat Sie dazu motiviert, selbst auszubilden?
Zuerst möchte ich den jungen Menschen vermitteln, wie sie sich in Gesellschaft tadellos bewegen. Ein persönliches Anliegen ist mir, den jungen Frauen zu vermitteln, wie man ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben in völliger Gleichberechtigung führt. Zu sehen, wie die Auszubildenden als Fachkräfte und insbesondere als Persönlichkeiten wachsen macht mir große Freude.
Was war bis dato Ihr persönliches Highlight bei der Ausbildung junger Leute?
Mein tägliches Highlight ist meine Freude darüber, wie unsere ehemaligen Auszubildenden mit Verstand und Geschick die Betriebe führen.
Worin besteht in Ihren Augen derzeit die größte Herausforderung in der Hotellerie?
Neben den Basics der belastbaren betriebswirtschaftlichen Abläufe zu sichern, liegt unser Augenmerk darauf, Know-How im Unternehmen entwickeln, Digitalisierung voranzutreiben. Ein zentraler Punkt für die Personalentwicklung sind selbstverständlich verlässliche Dienstpläne.
Langjährige qualifizierte Mitarbeiter*innen sind gefordert zu führen und zu lehren, den jungen Kollegen Fachwissen und Umgangsformen als Rüstzeug zu vermitteln.
Wie lassen sich junge Menschen heute am besten für eine Tätigkeit in der Gastronomie und Hotellerie begeistern?
Interessante Menschen, abwechslungsreiche Aufgaben. Vielfältige Möglichkeit mitzugestalten, gute Aufstiegschancen. Eine Ausbildung, die der Schlüssel zur Welt ist. Deutsche Fachkräften aus der Hotellerie und Gastronomie werden mit offenen Armen empfangen, weil sie die besten der Welt sind.
Work-Life-Balance/Bezahlung/hohe Anforderungen: Was sind die größten Stolpersteine bei der Gewinnung neuer Fachkräfte?
Aktuell leiden Hotellerie und Gastronomie genauso wie die meisten anderen Branchen am Fachkräftemangel. Fachkräfte aus dem Ausland wollen kommen und arbeiten. Die Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt wird durch die Verkürzung der beschleunigten Verfahren deutlich verbessert. Vor mehr als zehn Jahren haben wir schöne Personalwohnungen gebaut, um so den Wohnungsmangel entgegenzuwirken. Das hilft uns jetzt sehr. Damit gelingt uns nicht nur die Gewinnung neuer Mitarbeiter*innen, so finden wir auch die notwendige Unterstützung unserer langjährigen. In diesem Zusammenspiel schaffen wir die Grundlage für sichere Dienstpläne.
Do's und Don'ts für Ausbilder bei der Arbeit mit dem Nachwuchs: Haben Sie hier ein paar Tipps?
Fördern Sie, fordern Sie. Bedenken Sie die Jugend der Auszubildenden. Begleiten Sie die Ausbildung mit Freundlichkeit, Geduld und Aufmerksamkeit.
Zur Person:
Johanna Mitterer kann auf eine vielseitige und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Nach ihrem Realschulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Hotelkauffrau und erlangte anschließend einen Abschluss an der Fachakademie für Hauswirtschaft und Ernährung. Mit ihrer Qualifikation als Hauswirtschaftsleiterin entschied sie sich für ein Studium der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Touristik, welches sie als Diplom-Betriebswirtin an der FH München abschloss.
Ab dem Jahr 1987 begann Johanna Mitterer in der Geschäftsführung mitzuarbeiten und übernahm im Jahr 1997 schließlich die Pacht des Stadtsaals Burghausen sowie des Hotel Post und des Gartenhotels Salzach.
Gemeinsam mit ihrer Schwester ist sie die Geschäftsführenden Gesellschafterin der Altstadthotels, zu denen die Hotels Hotel Post, Gartenhotel Salzach, Hotel Burgblick und Klostergasthof Raitenhaslach gehören.