
Bayerisches Bio-Siegel – Damit Qualität und Herkunft sichtbar werden
26. Juli 2018
Essen wertschätzen – Esskultur (er)leben
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26. Juli 2018Geboren mit einem Namen, der so bekannt ist wie Persil, spricht Moritz Freiherr Knigge seit mehr als 15 Jahren über das Nützliche im Richtigen. Sein Name steht für Erfolg mit Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft. Seine Vorträge und Bücher zeigen, wie wir uns und anderen das Leben leichter machen. Im Gespräch mit „Gastgeber Bayern“ erklärt Knigge diesmal, wie Gäste und Hoteliers mit der unerlaubten Mitnahme von Hotelinventar am besten umgehen, um ihr Gesicht zu wahren.
D
ie Liste versehentlich mitgenommener Gegenstände ist so lang wie skurril. Voran die Klassiker Handtücher, Bademäntel und Kleiderbügel. Im Mittelfeld Glühbirnen, Batterien, Fernbedienungen oder Türklinken. Am Ende Fön, Fernseher, Schuhputzautomaten oder das Hotelpiano. Menschen knien vor Minibars und schlürfen Piccolos mit Strohalmen aus, um die Sensortechnik zu überlisten. Durst ist schlimmer als Heimweh. „Die Fallzahl steigt, so wie das Unrechtsbewusstsein sinkt“, sagen die Hoteliers und berichten von fünfstelligen Verlusten.

Doch was tun? Gegen Trophäenjäger („Heute Sterne-Hotel – morgen Mister Bademantel im Saunaclub“), gegen Revanchisten („Den Zimmerpreis trinke ich an der Minibar wieder rein“), gegen Krämerseelen („Der Fön wird doch hier eh kaum benutzt“) und gegen Trödelkings („Cool, den Aschenbecher habe ich noch nicht“).
Einiges kann man tun. Zum Beispiel mit dem Anwalt drohen. Doch der andere droht schnell zurück. Oder Bittbriefe schreiben: „Wir vermissen unseren Lieblings-Bademantel. Ist der kleine Ausreißer in Ihren Koffer geschlüpft?“ Oder Kameras im Aufzug installieren, damit sich keine Matratze in die Tiefgarage davonstiehlt. Oder man macht einen Deal: Augenzwinkern gegen eine gute Geschichte. So wie Holiday Inn, die den „Towel-Amnesty-Day“ ausriefen: Straffreiheit für jeden, der schrieb, was mit dem entführten Handtuch passiert ist. Man kann Trophäen auch einfach das Geweih stutzen. Ein Bademantel ohne edles Logo ist wie ein Stier ohne Hörner. Langweilig. Vor allem aber sollte man, was man eh tut: seinen Gästen ein Gesicht geben und sie mit Namen ansprechen. Das hat einen doppelten Effekt: Wer sich als Mensch wahrgenommen fühlt, der fühlt sich geborgen und beobachtet zugleich. Willkommen im Gasthaus zum Zuckerbrot mit Peitsche.
Am schönsten aber ist die höfliche Schlagfertigkeit.
Rezeptionist: „Danke, dass Sie unser Gast waren! Hatten Sie einen angenehmen Aufenthalt ‚in unserem Hause?“
Gast:„Danke. Den hatte ich.“
Rezeptionist: „Hatten Sie etwas aus der Mini-Bar?“
Gast: „Nein.“
Rezeptionist: "Entschuldigen Sie, aber unser System zeigt mir ein Fläschchen Weißburgunder an.“
Gast „Die habe ich nur rausgenommen.“
Rezeptionist: „Ach kein Ding. Dann nehme ich sie einfach wieder rein. In Ihre Abrechnung.“
Moritz Freiherr Knigge gibt in „Gastgeber Bayern“ Antworten für Genießer. Haben auch Sie eine Frage? Dann schreiben Sie an f.john@gastgeber.bayern