
Ist das (noch) Trend oder kann das weg?
20. Dezember 2023
Im Gespräch mit Gernot Reitmaier, Vorstand der Jufa Hotels
6. Januar 2024
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6. Januar 2024Texter, Storyteller, Autor
C
laudio Del Principe ist Texter, Storyteller und erfolgreicher Autor von bisher zehn mehrfach ausgezeichneten Kochbüchern. Er liebt ehrliches Essen und die Reduktion aufs Wesentliche. Im Gespräch mit Gastgeber Bayern gibt er einen Einblick in seine Leidenschaft.

Claudio Del Principe (Foto: © Delio Del Principe)
Lieber Herr Del Principe, warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, eine kulinarische Heimat zu haben?
Es gibt dazu einen längeren Text in meinem neuen Kochbuch „A punto, kulinarische Gedanken auf den Punkt gebracht.“ Um es kurz zu machen: Man kocht gelassener, kauft sinnvoller ein und weiß immer, was man G‘scheites essen kann, das einen glücklich macht und gut schmeckt. Es ist wie ein sicherer Hafen, den man immer ansteuern kann, um sich wohlzufühlen.
Ihre Rezepte bezaubern durch eine „Reduktion aufs Wesentliche“. Wie haben Sie diese Liebe zu ehrlichen Gerichten entdeckt?
Die italienische Küche macht es einem da sehr leicht. Sie gibt einem das Werkzeug in die Hand, mit wenigen Zutaten das Beste herauszuholen. Sie ist ein wenig mit der japanischen Esskultur verwandt. Auch da geht es um beste saisonale und regionale Zutaten, die mit viel Sorgfalt und traditionellem Wissen zubereitet werden. Ich kombiniere gerne beide Kochphilosophien, indem ich meine Gerichte aufs Wesentliche reduziere und mit Fokus auf reduzierte Ästhetik umsetze.
Rückblickend – gibt es einen kulinarischen Trend, den Sie in Ihren Rezeptschatz aufgenommen haben?
Sogar zwei: Sauerteigbrot und handgemachte Pasta. Beides erlebt ja ein unglaubliches Comeback, obwohl es ein uraltes Küchenhandwerk ist. Zu beiden Themen gebe ich seit Jahren Workshops und es ist eine große Freude, Menschen zu befähigen, das selber umzusetzen. Wenn man den Dreh mal raus hat, ist man unglaublich happy und auch ein wenig stolz.
Haben Sie ein persönliches Lieblingsgericht? Und wenn ja, was macht dieses für Sie besonders?
Da gibt es einige und viele sind schlichte Pastagerichte. Aber ich mach´s noch simpler: Sauerteigbrot! Es wird für mich immer etwas Magisches sein, nur mit Mehl, Wasser und Salz und meiner Mutterhefe etwas so Aromatisches, Sättigendes und Befriedigendes herstellen zu können. Ein eigenes Sauerteigbrot, Butter und ein guter Rohmilchkäse – das ist für mich ein kulinarisches Fest.
Was kommt im Hause Del Principe zu Weihnachten auf den Tisch?
Da stehen zwei Menüs zur Auswahl. Von meiner italienischen Seite Spaghetti mit Vongole und Kabeljau oder von der deutschen Familientradition meiner Frau, Schäufele im Brotteig. Manchmal dürfen sich auch alle einen Lieblingsgang wünschen und wir kochen gemeinsam einen opulenten Mehrgänger.
* Was ist denn ein „Bicicletta Spritz“? Weißwein und Campari zu gleichen Teilen, Soda, viel Eis und ein Orangenschnitz – wohl bekomm´s!